Wir berichten über das Leben in Griechenland und was alles passiert wenn man von Deutschland nach Griechenland auswandert. Hier findet jeder interessante Informationen zum Thema Reisen, Urlaub und Leben im schönen Ouranoupolis .
1.03.2008

Kloster Zygos

Vom Ortsausgangsschild Ouranoupolis führt ein unbefestigter Fahrweg ca. 2.500 m zur Grenze der Mönchsrepublik Athos. Der Weg führt zuerst am Meer entlang, danach geht es weiter durch eine wunderschöne Landschaft entlang an Weingärten und Olivenhainen. Am Ende dieses Weges geht es tatsächlich nicht mehr weiter, denn dort befindet sich die mit einer Mauer und einem Zaun gesichterte Grenze zur Mönchsrepublik, die man von Ouranoupolis aus nur mit dem Schiff erreichen kann. Machte man diese Wanderung zur Athos-Grenze früher nur der Landschaft und der sehenswerten Grenze wegen, gibt es seit ein paar Jahren noch einen weiteren Grund für eine Wanderung zur Athosgrenze. Der Grund sind die sehr interessanten Ausgrabungen der alten Klosterfestung Zygos.

Wann das Kloster Zygos gegründet wurde, ist nicht mit Sicherheit zu sagen, man nimmt aber an, dass das dem Propheten Elias geweihte Kloster bereits im Jahre 991 existierte. Im 11-ten Jahrhundert war es das bedeutendste Kloster der damals existierenden Athos-Klöster, war aber im Jahre 1199 bereits verlassen. Seinen Beinamen “Frangokastro” (=Burg der Franken) erhielt das Kloster dadurch, dass es um 1206 von einem fränkischen Fürst und seinen Soldaten übernommen wurde, die die Klosterfestung als Ausgangsstation für Plünderungen auf dem Berg Athos nutzten. Erst etwa fünf Jahre später wurden die Franken auf Intervention des damaligen Papstes von Rom aus der Region verbannt.

Was heute bereits wieder durch die Ausgrabungen zutage gefördert wurde, sind nicht nur Teile der wuchtigen Festungsmauern und Türme, sondern auch die alte Ölmühle, der Backofen, das großartige Katholikon (Kirche) und das schräg gegenüberliegende Refektorium bzw Trapeza (Speisesaal) sowie Gräber. Außerdem fand man eine große Anzahl von Geschirr, Münzen, Siegel und anderen wichtige Kleinfunde.

Zur Zeit werden die alten Fresken und Mosaike in mühevoller Arbeit restauriert und wir erwarten mit Spannung, wie es mit den Ausgrabungen weitergeht.

Wer also mal nach Ouranoupolis kommt, sollte auf keinen Fall einen Besuch der Ausgrabungen verpassen.

Fotos zu diesem Artikel findest Du bei www.flickr.com in unserem account klaus_liebich oder klicke einfach nur auf Fotos aus Griechenland in diesem blog.

Die Fotos geben aber nicht annähernd den Stand der Ausgrabungen wider, da innerhalb der Ausgrabungsstätte nicht fotografiert werden darf.

Kommentare

Für Ihre Initiative habe ich große Hochachtung und wünsche Ihnen viel Glück bei Ihrem Vorhaben.
Seit Jahren träume ich von einer kurzen Einkehr auf der heiligen Halbinsel und habe mich gerade vor wenigen Tagen entschlossen, es in diesem Jahr zu versuchen. Da war ich überrascht, vor drei Tagen bei einem Freund eine Broschüre über die Klöster dort zu entdecken und 1 Tag später in der Landeszeitung den Artikel über Sie zu finden. Manchmal fügt sich´s einfach zusammen.
Alles Gute

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