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18.11.2008

November – Ende des Gartenjahres?

Ich erinnere mich noch an unseren Garten in Deutschland (ist ja auch noch nicht so lange her), da war im November das Gartenjahr gelaufen, Laub harken, die letzten Beete abräumen, was übrig blieb, waren ein paar Wintergemüse wie Kohlsorten, ansonsten war das Gartenjahr aber zu Ende und abgehakt. Hier in Nordgriechenland ist vieles anders als in Deutschland, nicht nur das Wetter, sondern auch der Verlauf des Gartenjahres.

Bereits nach der Traubenernte hatten wir mit ausgiebigem Regen gerechnet, aber Fehlanzeige. Auch nach der Olivenernte tat sich regenmäßig noch nichts, der Oktober blieb weitgehend trocken und warm und dieses Wetter zog sich bis in den November hinein. Für Touristen ein hervorragendes Wetter, aber die Touristen sind jetzt sowieso nicht mehr da und für uns und die anderen Einheimischen waren der warme Oktober und die erste Hälfte des Novembers alles andere als schön: es war viel zu trocken und wir hofften inständig auf Regen. Gestern war es dann endlich soweit: der Tag fing wieder herrlich an, mit Sonnenschein, kaum Wind und fast sommerlichen Temperaturen (so ca. 18°C). Als dann nachmittags eine dicke schwarze Wolkenwand aus Richtung Ierissos auf uns zu zog, kam wieder die Hoffnung auf Regen. Leider ist es oft so, dass über dem Festland dicke Regenwolken hängen und sich dort auch abregnen, aber vor der Athos-Halbinsel lösen sie sich dann auf oder drehen ab. Gestern wurden wir aber nicht enttäuscht: die schwarze Wolkenwand zog langsam aber stetig auf uns zu und dann entlud sich ein wundervoller Landregen, der den Boden tief durchfeuchtete. Die ganze Nacht über hat es gestürmt und wohl auch noch geregnet, heute ist es bedeckt und der Wind schickt immer wieder dicke Regenwolken vom Meer, also aus Richtung Süden, zu uns herüber. Die Temperatur ist dabei natürlich auch erst einmal kräftig gesunken und wir „frieren“ bei 10°C.

Nun aber wieder zurück zum Gartenjahr. Um die richtigen Aussaat- oder Pflanztermine, die sich wesentlich von den mir geläufigen Terminen in Deutschlang unterscheiden, nicht zu verpassen, sollte man hin und wieder mal zum Nachbarn herüberschielen. Ende Oktober haben wir deshalb unsere Dicken Bohnen, die wir als Saatgut von der Frühjahrsernte zurück behalten haben, in Wasser eingeweicht und dann in die Beete gelegt. Außerdem wurden Steckzwiebeln gesetzt sowie Rucola und Wintersalate ausgesät. Mittlerweile ist alles gut aufgegangen und auch die vorgezogenen Salatpflanzen, die wir von unserem Nachbarn Gabriel bekamen, gedeihen prächtig.

Die Paprikapflanzen sind schon lange abgeerntet, aber die Tomaten tragen noch die letzten grünen Tomaten und die Auberginenpflanzen werden uns auch noch mit einer Mahlzeit erfreuen, bevor wir sie entfernen. Außerdem bringen Schnittsellerie und glattblättrige Petersilie immer noch gute Erträge und die Kapuzinerkresse hat sich von der Sommerhitze so gut erholt, dass wir immer noch die Blätter ernten und die leuchtenden Blüten bestaunen können.

Das gute Wetter der letzten Monate, also von September bis jetzt, haben wir für zahlreiche weitere Arbeiten genutzt: das Gartenhaus ist fertig und das dahinter leicht ansteigende Gelände haben wir teils terrassiert und dadurch weiteren Platz für den Gemüse- und Kräuteranbau geschaffen. Während ich mich mit dem „Hausbau“ und dem Terrassieren abmühte, hat Ioanna mit großer, beneidenswerter Ausdauer an der hinteren Seite des Grundstücks mit Astschere, Hacke und Spaten das wilde Brombeergestrüpp, das noch mit allerlei anderem Geäst durchzogen war, entfernt.

Und wie geht es weiter? Und wann wird es Winter? Da möchte ich einfach mal vor mich hinschmunzeln und denke: warten wir es mal ab….

 

Fotos zu unseren Aktivitäten befinden sich –wie immer- in unserem FlickR com account oder einfach nur „Fotos aus Griechenland“ anklicken.

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