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12.09.2009

Nitrat – Nitrit – Nitrosamine

Die große Sommerhitze ist jetzt –Mitte September- vorüber und man muss jetzt an die Aussaat und Auspflanzung der „Wintergemüse“ denken. Steckzwiebeln, die es schon in Ierissos auf dem Markt zu kaufen gab, sind bereits in der Erde des heimischen Gartens.

Ausgesät habe ich Marouli (eine griechische Salatspezialität), Valeriana-Salat und Mangold.

Für die Aussaat der Rote Beete ist es noch etwas zu warm, sie brauchen etwas niedrigere Keimtemperaturen. Nicht vergessen werden dürfen die Dicken Bohnen, die in Deutschland erst Ende Februar/’Anfang März in die Erde kamen, hier aber bereits Anfang Oktober gelegt werden. Winterruhe? Nein, es geht  munter weiter im Gemüsegarten.

Wie erwähnt, legen wir großen Wert auf alle möglichen Salate, auf Mangold und auch auf Rote Beete. Leider gehören sie allesamt zu den so genannten „Nitratsammlern“. Aber was ist daran so erwähnenswert?

Betrachten wir es von der chemischen Seite, so ist Nitrat nichts anderes als eine Verbindung aus Stickstoff und Sauerstoff und für ein gesundes Pflanzenwachstum unbedingt erforderlich.

Normalerweise verarbeiten die Pflanzen das aufgenommene Nitrat bis zur Erntezeit.

Vor allem in der konventionellen Landwirtschaft ist es aber üblich, den Pflanzenwuchs durch eine zusätzliche mineralische Stickstoffdüngung zu beschleunigen. Der Nachteil dabei ist, dass die Pflanzen die erhöhten Nitratmengen nicht mehr verarbeiten können. Wird nun das nitratbelastete Gemüse verzehrt, wird das Nitrat im Magen-Darm-Trakt zu Nitrit bzw. zu Nitrosaminen umgewandelt und diese stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Es lohnt sich also, sich über mögliche Nitratkonzentrationen im Gemüse Gedanken zu machen.

Im Gegensatz zum konventionellen Landbau wird beim biologischen Anbau auf mineralischen „Kunstdünger“ verzichtet. Vielmehr wird mit organischen Düngern das Bodenleben und die Humusbildung des Bodens angeregt. Es wird also nicht die Pflanze gedüngt, sondern der Boden wird „gefüttert“, damit die Pflanzen die erforderlichen Nährstoffe aus dem Boden ziehen können. In unserem Garten, in dem wir Gemüse, Kräuter, Obst, Oliven und Weinreben anbauen, versorgen wir den Boden ausschließlich mit abgelagertem Kompost und Eselsmist. Aus Deutschland hatten wir noch Reste von Stein-/Hornmehl und Gartenkalk mitgebracht, die aber mittlerweile aufgebraucht sind.

Obwohl im biologischen Landbau kaum mit einer übermäßigen Nitratbelastung des Gemüses zu rechnen ist, sollte man im eigenen Garten immer etwas Geduld haben und die Gemüse auswachsen lassen, denn auch dadurch verringert sich eine mögliche Nitratbelastung.

Eine kleine Besonderheit gibt es noch bei den Rote Beete, denn dort lagert sich das Nitrat nicht in der Rübe, sondern im Laub ab. Daher sollte gelten, das Laub der Rote Beete nicht für eine Mahlzeit zu verwenden.

Bauen wir also Gemüse saisongerecht und ökologisch an bzw. kaufen derart angebautes Gemüse, dann schützen wir damit nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unsere Umwelt.

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