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20.09.2009

Die Weinlese 2009

Im letzten Jahr hatten wir unsere Trauben am 01. September geerntet. Wie ich damals bereits schrieb, war das ein sehr früher Termin. In diesem Jahr blieb die ganz große Sommerhitze aus und in der letzten Woche hatte es mehrmals geregnet. Da die Trauben noch nicht überreif waren, haben wir erst einmal den Regen abgewartet, aber dann war es am 16. September endlich soweit: für den nächsten Tag war Regen angesagt (der dann aber doch nicht kam) und wir entschlossen uns zur Ernte.

Die Tagestemperatur lag bei 28°C im Schatten, deshalb suchten wir uns zum Einmaischen einen schattigen Platz unter einer Olive aus. Trotzdem wurde die Weinlese zu einer schweißtreibenden Arbeit. Im letzten Jahr hatten wir 100 kg Trauben geerntet, in diesem Jahr waren es deutlich mehr, nämlich so ca. 160 kg. Als Maischebottich hatte ich ein 220 ltr. fassendes Kunststofffass angeschafft, das nun zum Füllen bereit stand.

Nach der Ernte kamen die Trauben in einen kleinen Bottich, in dem sie mit den Füßen so lange zerstampft wurden, bis ein flüssiger Brei entstand, der dann in das Maischefass gefüllt wurde. Allein hätten wir die geerntete Menge wohl nicht geschafft, aber wir wurden dieses Mal tatkräftig unterstützt von Verena und Nicole aus unserem alten Heimatort in Deutschland, die hier gerade ihren Urlaub verbrachten.

Abends war es dann geschafft: alle Trauben waren eingemaischt und das Maischefass war zu 2/3 befüllt. Viel höher sollte man es nicht befüllen, denn die in einigen Tagen einsetzende Gärung kann so stürmisch verlaufen, dass bei einem vollen Fass die Maische überlaufen würde.

Bis dahin lief eigentlich alles so wie im letzten Jahr. Da hatten wir aber nur 100 kg Trauben und ein 1.000 ltr fassendes Maischefass, das wir lediglich mit einer Plane abdeckten. Den weiteren Werdegang habe ich im letzten Jahr hinreichend beschrieben. Kurz gesagt, da die Maische reichlich Sauerstoff bekam und die Tagestemperaturen immer noch bei 33°C lagen, freuten sich die Essigsäurebakterien und verwandelten unsere schöne Maische anstatt in wohlschmeckenden Rotwein zu Rotweinessig, der allerdings auch nicht zu verachten ist.

In diesem Jahr möchten wir aber nun wirklich Rotwein bekommen und haben das Maischefass in einen Raum gestellt, den ich früher als Werkstatt nutzte. Die Temperatur dort betrug beim Einmaischen 26°C und am darauf folgenden Tag 23°C.

Nach dem Einmaischen haben wir das Maischefass fest verschlossen, was mit dem mit einem Dichtungsring versehenen Deckel kein Problem war. Der noch im Fass vorhandene Sauerstoff dürfte eigentlich kein Problem sein, denn wenn die Gärung –hoffentlich- bald einsetzt, wird die entstehende Kohlensäure (Kohlendioxid) den Sauerstoff aufzehren und die Essigsäurebakterien werden chancenlos bleiben.

Damit die beim Gärvorgang entstehende Kohlensäure entweichen kann, aber kein neuer Sauerstoff mehr an die Maische gelangt, wird das Spundloch im Deckel normalerweise mit einem Stopfen und einem Gärrohr verschlossen. Das Gärrohr ist mit Wasser gefüllt und die Kohlensäure entweicht dann mit einem lauten Blubbern, Sauerstoff kann aber nicht eindringen. Nun habe ich hier leider noch kein Geschäft gefunden, wo ich ein Gärrohr kaufen könnte, aber Not macht erfinderisch. Also habe ich in den Fassdeckel ein Loch gebohrt, dieses mit einem Kunststoffröhrchen versehen und daran einen Schlauch angeschlossen. Der Schlauch endet in einer mit Wasser gefüllten Plastikflasche. Eigentlich müsste das funktionieren, also warten wir ab, bis es blubbert.

Nun dürfte eigentlich nichts mehr schief laufen, aber in etwa zwei Wochen wissen wir mehr….

Fotos zu diesem Artikel befinden sich in unserem FlickR com account im Album “Der Weingarten” oder einfach “Fotos aus Griechenland” anklicken.

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