Wir berichten über das Leben in Griechenland und was alles passiert wenn man von Deutschland nach Griechenland auswandert. Hier findet jeder interessante Informationen zum Thema Reisen, Urlaub und Leben im schönen Ouranoupolis .
7.11.2009

Die Olivenernte 2009

Als wir in der Mittagszeit des 3. November 09 unsere Olivenernte nach Gomati zur Ölmühle brachten, zeigte das Thermometer nur 9° Celsius, ein Sturmtief fegte über uns hinweg und der Himmel öffnete sämtliche Schleusen. Zwei Stunden später erhellten sich unsere Minen, denn wir konnten unser duftendes, trüb gold-gelbes Olivenöl abfüllen. Bis dahin war es aber ein hartes Stück Arbeit.

Im letzten Jahr konnten wir von den Olivenbäumen auf unserem Grundstück ausreichend Oliven ernten, um mit dem daraus gewonnenen Olivenöl unseren eigenen Bedarf zu decken. In diesem Jahr trugen unsere Bäume weniger gut, die jungen Bäume, die ich vor ein paar Jahren gepflanzt hatte, trugen überhaupt nicht. Eigentlich ein ganz normaler Vorgang, denn nicht jeder Olivenbaum bringt jedes Jahr gute Erträge. Unser Problem: wir haben zu wenige Olivenbäume. Darum haben wir mehrere griechische Bekannte gefragt, ob es möglich ist, Olivenbäume zu pachten. Uns war nämlich aufgefallen, dass etliche Olivenhaine in und um Ouranoupolis herum ungenutzt bleiben. Der Grund liegt häufig darin, dass Olivenhaine vererbt werden und die neuen Besitzer einem anderen Beruf nachgehen und daher keine Zeit haben, die Olivenhaine zu pflegen und abzuernten. Teilweise fehlt aber auch einfach die Lust an dieser zeitraubenden und harten Arbeit. Unsere Nachfragen hatten bisher den Erfolg, dass wir zwar noch keinen Pachtvertrag abschließen konnten, aber wir durften in einem ungenutzten Olivenhain einige Bäume abernten. Es war eine langwierige und schwere Arbeit, denn wir mussten zuerst die Fläche unter den Bäumen von Unkraut und Gesträuch befreien, um die Ernteplane auslegen zu können. So konnten wir dann doch noch genügend Oliven ernten, um unseren eigenen Olivenölbedarf zu decken. Wir sind aber weiter auf der Suche und „bleiben am Ball“, um einen oder vielleicht auch mehrere Olivenhaine pachten zu können. Es dauert natürlich alles seine Zeit, die Uhren gehen hier nun mal –glücklicherweise- etwas langsamer.

Aber nun zurück zur Ölmühle: Der Olivenanbauer, der vor uns sein eigenes Öl „abzapfen“ konnte, nahm einen kleinen Plastikbecher, ließ etwas von dem frischen, duftenden Öl hineinlaufen und trank es genüsslich mit einem verzückten Gesichtsausdruck. Dann nahm er mitgebrachtes, geröstetes Brot, bestreute es mit etwas Salz, beträufelte es mit dem frischen Olivenöl und aß es dann mit einem stillen, zufriedenen Lächeln.

Als wir dann unser Olivenöl abzapfen konnten, haben wir es natürlich auch an Ort und Stelle probiert. Es schmeckte wirklich einfach köstlich und ist mit nichts zu vergleichen, was man sonst kaufen kann.

Wieder zuhause angekommen, haben wir natürlich sofort Brot im frischen Olivenöl in der Pfanne geröstet (das kaltgepresste Olivenöl ist entgegen anderer Behauptungen hitzebeständig bis 170°C !), leicht gesalzen, mit Oregano und Knoblauch gewürzt und gegessen. Dazu gab es ein Glas des eigenen Rotweins. Seele, was brauchst du mehr…

Am nächsten Tag war der Wetterspuk übrigens vorbei, die Sonne schien warm vom stahlblauen Himmel und abends saßen wir bei einem Glas des eigenen Rotweins beim Sonnenuntergang auf der Terrasse und träumten …… von Oliven.

Fotos zu diesem Artikel befinden sich in unserem FlickR com account in den Alben “Olivenanbau” und “Ölmühle Gomati” oder einfach “Fotos aus Griechenland” anklicken.

Kommentare

Hallo Ioannis, Hallo Ioanna

Ganz ganz lieben Gruß aus OWL.

Fette Beute gehabt !!!

Herzlichen Glückwunsch zu Eurem “Olivenerfolg”

Schöne, —bewegende—- Bilder !!!

Wäre gerne ´mal bei der Ernte und bei der Pressung dabei !!!!

Freue mich ganz doll für Euch !!!

Bis bald im Januar !!!

Gruß Ulli M.

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