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13.01.2010

Vermehrung von Weinreben durch Stecklinge

Jetzt im Januar ist es wieder Zeit für den Schnitt der Weinreben. Die abgeschnittenen vorjährigen Ruten sind aber nicht unbedingt für den Schredder oder den Ofen bestimmt, sondern können als Stecklinge für die Vermehrung der Weinreben genutzt werden.

Für die Vermehrung schneide ich möglichst starke Stecklinge „mit Fuß“ von Reben, die im letzten Jahr Trauben getragen haben. Man kann einfache Stecklinge nehmen, bei denen die ersten beiden „Augen“ (Blattknospen) in die Erde gesteckt werden, Stecklinge mit „Fuß“ (vorjähriger Teil einer Rebe, aus dem der jetzige Trieb herausgewachsen ist) sollen aber besser wurzeln und anwachsen.

Diese Vermehrung von Weinreben durch Stecklinge ist allerdings nicht ganz unumstritten, denn die Stecklinge können nach dem Bewurzeln leicht von Rebläusen befallen werden. Die Reblaus wurde 1865 aus Nordamerika eingeschleppt. Sie ernährt sich von Säften, die sie aus den Reben heraus saugt. Nach dem Reblausbefall bilden sich an den Wurzeln der Rebstöcke Wucherungen und Gallen. Die Wurzelgallen beginnen im Winter zu faulen und das Wurzelwerk stirbt ab, wodurch auch der Rebstock verloren ist. Die amerikanischen Reben haben im Laufe der Evolution eine Resistenz gegen die Reblaus aufgebaut und sterben bei Befall nicht ab, die europäischen Reben haben diese Resistenz nicht und so kam es nach dem Einschleppen der Reblaus nach Europa zu einer massenhaften Vernichtung von Weinstöcken nach Reblausbefall. Um auch im europäischen Weinanbau vor der Reblaus geschützt zu sein, entwickelte man eine biologische Bekämpfungsmethode: man pfropfte Stecklinge von europäischen Sorten mit einem Auge auf Wurzelstöcke amerikanischer Reben. Diese Methode hat sich bis heute bewährt und um den großen Bedarf an Reblaus resistenten Weinreben zu decken, wird die Rebenveredlung im großen Stil nicht mehr von Hand, sondern von eigens dafür konstruierten Maschinen durchgeführt.

Um nun die in unserem Weingarten wachsenden Rebsorten durch Pfropfen zu vermehren, müsste ich mir eine große Anzahl starker Wurzelstöcke amerikanischer Reben besorgen, denn nur aus einem starken Wurzelstock kann auch eine starke gepfropfte Rebe wachsen. Da diese Möglichkeit aber nicht besteht, werde ich weiter die einfache Stecklingsvermehrung anwenden, so wie sie hier auch noch üblich ist.

Die Vermehrung der Weinreben durch Stecklinge sehe ich zurzeit noch als Experiment an, ob es gelingt, werden die nächsten Monate zeigen.

Fotos zu diesem Artikel befinden sich in unserem FlickR com account in den Alben “Der Weingarten” und “Limnos-Reben” oder einfach “Fotos aus Griechenland” anklicken.

Kommentare

Hab immer Probleme mit der Vermehrung gehabt und bei einem Weinbauern nachgefragt.
Die Vermehrung ist sooo einfach dass ihr es garnicht glauben könnt.
Wenn die Weinreben geschnitten werden ( im Januar) nehmt ihr ca. 5 - 7 mm starke einjährige Triebe. Diese werden beim unteren Auge im unteren drittel durchgeschnitten. Anschneiden deshalb, weil da sollen sich ja dann die Wurzeln bilden. Oben könnt ihr einen 2 cm langen Stummel dranlassen, damit man dann weiss wo unten und oben ist.
Dann kommen diese Stecklinge am besten in einen Kübel gefüllt mit Blumenerde oder Torf und zwar so, dass die Stecklinge komplett mit Erde bedeckt sind.
Leicht erdfeucht halten, e.v. mit Folie zudecken und ins Wohnzimmer oder Bad stellen. Temperatur 20 - 25 Grad.
Nach ein paar Wochen zeigen sich dann die ersten Blätter.
Ab April dann in den Garten damit oder gleich am vorgesehenen Platz.
Erfolg bei mir und meinen Freunden, denen ich das gezeigt habe mindestens 99%.
Viel Spass!!
Felix

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