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Die Griechen sind ein gastfreundliches und nettes Volk. Man sagt sich nicht nur die Tageszeit, wie in anderen Ländern auch üblich, sondern an jedem Montag wünscht man sich „eine gute Woche“, kalo evdomada, und am 1. eines jedes Monats wünscht man sich „einen guten Monat“ mit den Worten kalo mina.
So weit so gut. Die bisher genannten Wünsche sind noch ganz verständlich, etwas kurios wird es allerdings in jedem Jahr Anfang September.
Die Hitze des Sommers, vor allem die fast unerträgliche Hitze des in jedem Jahr superheißen August, ist auch in diesem Jahr pünktlich Anfang September von einem Sturm hinweggefegt worden. Die Wolken, die er mitbrachte, haben ihre feuchte Last leider woanders abgeladen, bei uns auf dem Athos blieb es bisher leider trocken.
Aber zurück zu den guten Wünschen. Was wünscht man sich also Anfang September? Einen guten Herbst mit einer üppigen Weinlese und reichlich fließendem Olivenöl? Weit gefehlt. Anfang September wünscht man sich „einen guten Winter“, kalo chimona. Da wird es dann wohl auch nicht mehr allzu lange dauern, dass man sich wieder „ein frohes Weihnachtsfest“, kalo christojenna, wünscht. Und im Februar, dem einzigen „richtigen“ Wintermonat, in dem es hier am kältesten ist und wo wir uns auch mal über einige Grade unter Null und einige Schneeflocken wundern dürfen, wird man sich wohl schon wieder „einen guten Sommer“, kalo kalokeri, wünschen.
Da blicke noch einer durch! Wir jedenfalls wünschen uns erstmal „einen guten Herbst“, kalo ftinopero, und wenn der Wein in den Fässern reift und die Oliven die Ölmühle als duftendes Olivenöl verlassen haben, werden wir sehen, wie der Winter wird.
Ob ich den Griechen wohl mal einen „guten Herbst“, kalo ftinopero, wünschen sollte? Ich glaube nicht, denn sie würden eventuell nicht wissen, was dieser Germanos, der zugereiste Deutsche, ihnen sagen möchte.
Geschrieben von: Klaus, wong it! wenn du willst!
