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28.10.2010

Die Weinlese 2010

In den letzten Wochen wurde ich mehrmals gefragt, ob denn der junge Wein schon schmecken würde. Leider musste ich die Frage jedes Mal verneinen. Warum? Hatten wir anstatt Wein in diesem Jahr Essig erzeugt? Nein, es war eigentlich wesentlich schlimmer.

Wir haben in diesem Jahr nämlich keine Trauben für die Weinbereitung ernten können.

Das Frühjahr fing eigentlich ganz gut an, die Rebstöcke trieben gut aus und es zeigten sich auch genügend Blüten- und Fruchtansätze, die auf eine gute Weinernte hoffen ließen.

Das Frühjahr war sehr regnerisch und als es dann wärmer wurde, hatten wir ein feuchtes Klima, das dem Mehltau einen hervorragenden Nährboden verschaffte. Den Mehltau konnten wir allerdings mit unseren bewährten biologischen Mitteln in Schach halten. Nach der ersten Hitze im Frühsommer gab es jedoch mehrere warme Regengüsse und die anschließend zurückkehrende heiße Sonne führte leider dazu, dass viele Trauben platzten und verschimmelten.

Die verbliebenen Trauben hätten uns zwar gereicht, aber dann ereilte uns eine weitere Plage: die in diesem Jahr sehr zahlreichen Wespen und andere saugende Insekten fielen über unsere Trauben her und vernichteten so viele davon, dass die restlichen Trauben für eine sinnvolle Weinbereitung nicht mehr ausreichend waren. Viele Trauben waren nach erstem Anschein zwar noch gut, aber nahm man sie in die Hand, waren es nur noch leer gesaugte, pergament-artige Hüllen.

Da wir auf jeglichen Einsatz von Pestiziden, Insektiziden und ähnlichen Giften verzichten, nehmen wir einen derartigen Ernteausfall hin und hoffen auf das nächste Jahr.

Aber nicht nur wir hatten Ernteausfälle zu beklagen, auch andere einheimische Winzer mit größeren Rebbeständen klagten über Ernteausfälle bis zu 50%.

Bei aller Enttäuschung gibt es aber auch noch etwas positives zu berichten: Die Vermehrung einiger ausgesuchter Weinstöcke durch Stecklinge war ein großer Erfolg. Im Januar dieses Jahres hatte ich beim Rebschnitt Stecklinge „mit Fuß“ (ich berichtete ausführlich darüber) in Töpfen mit Anzuchterde vorgezogen und danach ausgepflanzt. Alle ausgepflanzten Jungreben sind angewachsen und werden nach einigen Jahren guter Pflege hoffentlich reichlich Früchte tragen.

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