Wir berichten über das Leben in Griechenland und was alles passiert wenn man von Deutschland nach Griechenland auswandert. Hier findet jeder interessante Informationen zum Thema Reisen, Urlaub und Leben im schönen Ouranoupolis .
3.02.2011

Das Metochion Skorpiou

Die meisten Athosklöster haben außerhalb der Mönchsrepublik Besitzungen, die sog. „Metochien“. Ein Metochion besteht meistens aus einem Wohnkomplex, wirtschaftlichen Nebengebäuden und natürlich gehört auch ein Kirchlein dazu. Ein solches Metochion mit der Bezeichnung „Skorpiou“ befindet sich im nördlich von Ouranoupolis gelegenen Landstrich Komitsa auf einem Hügel in unmittelbarer Meeresnähe.

Das zum serbischen Athoskloster Chillandar gehörige Metochion beherbergte in seiner Blütezeit bis zu 120 Mönche und Arbeiter, die für das Kloster Chillandar die dort benötigten landwirtschaftlichen Produkte erzeugten.

Als Anfang des 20. Jahrhunderts der letzte Mönch verstarb, wurden dessen Gebeine in das Kloster Chillandar überführt und die Metochie wurde nicht mehr neu besiedelt.

Damit das nun verwaiste Metochion nicht missbräuchlich verwendet wurde, setzte das Kloster Chillandar einen vertrauenswürdigen Bürger aus Ierissos, der lange Zeit im Kloster gelebt hatte, als Verwalter ein.

Der Verwalter übergab später diese Aufgabe an seine Söhne und bis zum heutigen Tage obliegt die Verwaltung dieser Familie.

Heute sind noch der Wohnkomplex und die Kirche der Metochie erhalten, die Nebengebäude verfielen allerdings mit der Zeit.

Über viele Jahrzehnte lag der fruchtbare Boden der Metochie brach. Als uns vor einigen Wochen unser griechischer Freund Christo fragte, ob wir Interesse hätten, uns an der Rekultivierung einer kleinen landwirtschaftlichen Fläche der Metochie zu beteiligen, haben wir natürlich sofort zugesagt. Mit Christo und zwei weiteren Freunden haben wir uns in der Metochie getroffen, wo uns der Verwalter, ein liebenswerter alter Herr, die in Frage kommenden Flächen zeigte.

Kurz darauf knatterte unser alter Holder-Einachsschlepper über das erste Drittel der Fläche, die wir beackern können. Da der Boden lange brach lag, war er entsprechend verdichtet und mit einer dicken Grasnarbe bedeckt, die wir zuerst mit einem Grubber hinter dem Holder mehrmals aufgebrochen haben. Anschließend kam der Einscharpflug zum Einsatz und zum Schluss haben wir die Fläche gefräst. Leider haben wir für den Holder keine Fräse, sodass für diese Arbeit unsere schon betagte, für diesen Einsatz eigentlich viel zu kleine Gartenfräse herhalten musste. Nach drei Tagen mühsamer Arbeit hatten wir es aber geschafft und wo der Boden vorher mit einer dicken Grasnarbe bewachsen war, konnten wir uns nun an der tiefdunklen, duftenden Erde erfreuen.

In Kürze werden wir Kartoffeln legen und dann hoffentlich im Juni/Juli unsere erste Kartoffelernte einbringen.

Viel Arbeit wartet noch auf uns, aber gemeinsam werden wir es schaffen und wir freuen uns jetzt schon wieder auf dieses wunderschöne, von der Welt fast vergessene Fleckchen Erde.

Fotos zu diesem Artikel befinden sich in unserem FlickR com account im Album “Metochion Skorpiou” oder einfach “Fotos aus Griechenland” anklicken.

Kommentare

Liebe Liebichs :-))

Noch mehr Arbeit, aber ihr seid damit ja glücklich und zufrieden. Man euch nur bewundern!!! Ganz toll ist der Hund, immer und überall dabei. Ich höre euch noch: “Ein Hund - nie, wir haben schon sooo viele Katzen.” Aber euer Herz ist eben immer wieder größer! Ganz liebe und herzlich Grüße aus Löhne von Annelie + Lothar

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