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12.02.2011

Der Kanal des Xerxes

Fährt man von Ierissos in Richtung Ouranoupolis, sieht man direkt am Ortsausgang des kleinen Örtchens Nea Roda ein großes Schild, das auf den „Xerxes-Kanal“ hinweist.

Hier, hinter Nea Roda, beginnt die Athos-Halbinsel. An dieser schmalen Stelle zwischen Nea Roda auf der einen Seite und dem nachfolgenden Tripiti auf der anderen Seite soll sich der Xerxes-Kanal befunden haben.

Spuren des ehemaligen Kanals oder alter Hafenanlagen wird der Besucher aber vergeblich suchen, denn nichts weist mehr darauf hin, dass antiken Schriften zufolge der Perserkönig Xerxes im Jahre 480 vor Christus einen Kanal graben ließ, um die Athos-Halbinsel nicht umschiffen zu müssen, denn bei einem ersten Versuch 12 Jahre zuvor verlor sein General Mardonius bei einem Sturm seine komplette Invasionsflotte.

Die Strömungen am Ende der Athos-Halbinsel sind heute noch gefürchtet und es ist durchaus denkbar, dass die Berichte in den antiken Schriften zutreffend sind.

Historiker zweifelten die antiken Berichte immer wieder an, bis im Jahre 2001 griechische und britische Forscher nachweisbare Spuren fanden, die die Existenz des Xerxes-Kanals beweisen, durch den Xerxes die Invasion in Griechenland gelang.

Bei Bohrungen zeigten sich in etwa 15 Metern Tiefe Bodenstrukturen, die darauf schließen lassen, dass tatsächlich ein 35 Meter breiter und rund 2 Kilometer langer Kanal gegraben wurde. Diese Maße stimmen mit den Maßen überein, die in den antiken Schriften Herodots aufgezeichnet wurden. Nach Ansicht der Forscher war es so möglich, gleichzeitig zwei Kriegsschiffe gleichzeitig durch den Kanal zu schleusen. Anhand von Sedimentanalysen konnte auch festgestellt werden, dass der gegrabene Kanal wahrscheinlich alsbald wieder verlandete. Auch das lässt wieder Platz für Spekulationen, dass der Kanal wahrscheinlich nicht mehr benutzt wurde, nachdem er für Xerxes seinen Zweck erfüllt hatte.

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