Griechenland in der Neuzeit bis zum 20. Jahrhundert

In Gesprächen über Griechenland  kann man immer wieder feststellen, dass das antike Griechenland zwar bekannt ist, denn es war entweder Gegenstand des Geschichts- oder Alt-Griechisch-Unterrichts in der Schule, die neuere Geschichte Griechenlands ist aber vielfach entweder wenig oder manchmal sogar unbekannt.
Das antike Griechenland währte bis ca. 30 v. Chr., denn zu diesem Zeitpunkt wurden die letzten Reste Griechenlands von Rom annektiert. Dadurch ging die griechische Kultur allerdings nicht unter, sondern lebte im Römischen Reich weiter.
Durch die Christianisierung hatten die alten griechischen Götter ausgedient und nach der Spaltung des Römischen Reiches 395 n. Chr. wurde Griechenland Teil des Byzantinischen Reiches.
In den nächsten Jahrhunderten wurde Griechenland verschiedentlich erobert, teils von den sizilianischen Normannen, teils von den Kreuzrittern, wobei die Eroberer Griechenland immer wieder unter sich aufteilten.
Erst im Jahre 1261 gelang es Michael VIII Palaiologos, das Byzantinische Reich wieder herzustellen.
Fast 200 Jahre später, nämlich im Jahre 1453, wurde das Byzantinische Reich durch die Osmanen erorbert und es begann die sog. „400-jährige Türkenherrschaft“.
Der darauf folgenden griechischen Unabhängigkeit gingen allerdings einige Kriege voraus, entscheidend war dann aber die „Schlacht von Navarino“ im Oktober 1827, in der die vereinigten Flotten Englands, Frankreichs und Russlands siegreich waren. Bereits zuvor, im Juli 1827, war bereits in London ein Vertrag geschlossen worden, der vom Osmanischen Reich die Unabhängigkeit Griechenlands forderte.
Nach der Republik wurde Griechenland mit Otto I wieder Königreich, das erst 1974 wieder abgeschafft wurde.
Das damals neue Griechenland umfasste aber nur einen kleinen Teil des heutigen Staats-gebietes. Den größten Zuwachs erlangte Griechenland durch die Balkankriege 1912-1913,
als man auch noch versuchte, Ostthrakien und Smyrna (Izmir) unter griechische Kontrolle zu bekommen, endete dieser Feldzug im Jahre 1922 mit einer vernichtenden griechischen Niederlage, der sog. „kleinasiatischen Katastrophe“, in deren Folge über eine Million Griechen Kleinasien verlassen musste. Ebenso ging es aber auch den Türken, die zu der Zeit noch in Griechenland siedelten. Dieser radikale Austausch der Bevölkerung war im Vertrag von Lausanne 1923 vereinbart worden.