Griechenlands Geschichte im 20. Jahrhundert

Auch nach den Balkankriegen 1912-1913 und der sog. „kleinasiatischen Katastrophe“  im Jahre 1922 kam Griechenland nicht zur Ruhe, denn auch der 2. Weltkrieg ging nicht spurlos an Griechenland vorbei. Für das Deutsche Reich galt Griechenland durch seine Bindung an England und wegen der Kämpfe gegen die italienischen Truppen als potentieller Gegner. Was folgte, war das militärische Eingreifen der deutschen Wehrmacht und die griechische Kapitulation.
So wurde Griechenland im April 1941 von Deutschland besetzt und es wurden Besatzungs-behörden eingerichtet. Außer von Deutschland wurde Griechenland auch von Italien und Bulgarien besetzt. Da von den Besatzungstruppen dieser „Achsenmächte“ alle Nahrungs-vorräte konfisziert wurden, starben im Hungerwinter 1941/42 und 1942/43 hunderttausend Griechen den Hungertod.
Der griechische Widerstand blieb nicht aus, auf die starke griechische Partisanenbewegung
reagierte die Besatzungsmacht allerdings mit brutalen Vergeltungsmaßnahmen, Plünde-rungen, Erschießungen und dem Auslöschen ganzer Dörfer. Diese grausame Besatzungszeit endete erst 1944 mit dem Abzug der deutschen Truppen aus Griechenland.
Nach Ende des Krieges im Mai 1945 erhielt Griechenland als Landzugewinn die Dodekanes, die bis dahin italienisches Territorium waren.
Im März 1946 wurde in Griechenland eine Parlamentswahl abgehalten, das eigentlich davor geplante Referendum über die Monarchie wurde verschoben.
Die Wahlen wurden von den rechts-konservativen und monarchistischen Parteien gewonnen, die Kommunistische Partei Griechenlands, die KKE, boykottierte die Wahlen. Einer der Gründe war, dass die griechischen Kollaborateure des 2. Weltkrieges nur in geringem Umfang juristisch belangt wurden.
Dies alles nahm die KKE zum Anlaß, den bewaffneten Kampf aufzunehmen, der in den sog. „dritten griechischen Bürgerkrieg“ mündete, der bis zum September 1949 dauerte und mit dem Sieg der zuerst durch die Briten und dann durch die Amerikaner finanziell und beratend unterstützten griechischen Regierungstruppen endete.
Dieser Bürgerkrieg forderte an die 100.000 Menschenleben und hatte den totalen Zusammen-bruch der Infrastruktur des Landes zur Folge. Eine weitere Folge war die Vergiftung des politischen und des gesellschaftlichen Klimas in Griechenland über mehrere Jahrzehnte hinweg.
Infolge dieses vergifteten Klimas kam es 1967 zum „Putsch der Obristen“. Diese Militärdiktatur endete erst 1974. In einem Referendum entschieden sich die Griechen gegen die Monarchie und zur Rückkehr zur Demokratie, die bis heute anhält.